Mind Changer Akademie: Startklar für die größte Herausforderung der Menschheit

Es hat sich in den letzten Jahren schon unverkennbar abgezeichnet – und wurde trotzdem weitgehend ignoriert oder sogar negiert. Und seit der Corona-Pandemie ist es zur Gewissheit geworden: Ja, wir haben es mit einem globalen Mind Change zu tun – laut vielen Wissenschaftlern mit dem größten seit Erfindung der Sprache. Ja, er zwingt uns, die Welt und uns neu zu denken. Und: Ja, wir müssen uns neu aufstellen. Aber dann bitte in einer neuen Welt mit neuen Paradigmen. Unter diesen Bedingungen wurde die Mind Changer Akademie geboren.

Nicht von ungefähr haben wir vor zwei Jahren die Mind Changer Akademie entworfen. Und nicht von ungefähr haben wir sie vom Format und Inhalt her so geplant, dass sie in das digitale Zeitalter (mit allen neuen Paradigmen und potenziellen Nebenerscheinungen) passt. Was im Nachhinein wie ein gelungener Blick in die Glaskugel anmutet und bei vielen Menschen die Frage hervorruft, „Wie konnten Sie das so viele Monate zuvor wissen?“, entpuppt sich bei näherem Hinsehen bloß als konsequentes Vorausdenken der Strukturen, die uns ab 2020 bestimmt zur Verfügung stehen würden. Oder anders gesagt: Wir haben mit der Mind Changer Akademie den Mind Change einfach vorweggenommen.

Das digitale Zeitalter, das (und mir ist wichtig, darauf hinzuweisen) nur deshalb entstand, weil wir Menschen es gestaltet, zugelassen und gefördert haben – es ist also zu 100% unser Werk! – erfordert laut vieler Wissenschaftler den größten Mind Change seit Entwicklung der Sprache. Das war aber für viele Menschen auf den ersten Blick nicht so einfach erkennbar. Die meisten von uns sahen in den verschiedenen Erkennungszeichen – Flüchtlingswellen, steigende Umweltprobleme, steigender Ersatz von menschlicher Arbeit durch Maschinen, steigende Ansprüche an unsere digitalen Fähigkeiten, steigender globaler Einfluss jeglicher Art usw. – Zufälligkeiten oder Einzelprobleme, die vielleicht „später“ gelöst werden könnten. Und der Status Quo wurde weiter versucht, aufrechtzuerhalten. Und wir rannten weiter in unserem Hamsterrad, von dem wir insgeheim schon wussten, dass es wohl „nicht mehr lange“ weitergehen würde. Dass uns irgendwann unsere eigene Hamsterradgeschwindigkeit aus dem Karussell werfen würde. Verstärkt wurde dies dadurch, dass insbesondere Arbeitnehmervertreter wie viele politische Lager wenig hilfreich und zum Teil geradezu kontraproduktiv argumentierten, dass „die Menschen noch nicht für das digitale Zeitalter bereit wären – und daher würde es noch nicht so schnell kommen“.

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Spätestens aber seit der Coronavirus-Pandemie wissen wir alle, dass eine Situation mit all ihren Nebenwirkungen, die einen sehr grundsätzlichen Mind Change erfordert, niemals darauf wartet, ob Menschen bereit dafür sind oder nicht. Und spätestens jetzt macht es Sinn, dem Mind Change direkt ins Auge zu blicken. Und erst dies berechtigt das Dasein der Mind Changer Akademie.

1. Was verstehe ich unter einem Mind Change?

Nun, im Laufe unseres Lebens erleben wir viele Veränderungen: Wir lernen Neues, wir verändern unsere Beziehungen, unsere Jobs, unsere Verantwortungen. Wir entwickeln uns.

Ein Mind Change jedoch besteht in einer Veränderung der Paradigmen, die unser ganz grundsätzliches Denkgerüst bilden: Wie diese Welt funktioniert. Und wie sie am Laufen gehalten werden kann. Oder anders gesagt: All das, was wir bisher gedacht haben, verliert seinen Sinn, weil das Gerüst, das die Gedanken trägt, nicht mehr funktioniert.

2. Mind Changer Akademie: Inspiration in allen Lebensbereichen

Müssen wir tatsächlich alle unsere Paradigmen – unsere Haltegriffe – in Frage stellen und neu definieren? Meines Erachtens – ja: Denn das digitale Zeitalter stellt uns vor eine gänzlich neue, nie zuvor erlebte Situation, die spätestens jetzt ein radikales Umdenken in vielen Bereichen erfordert. Und genau hier setzt die Mind Changer Akademie an:

  • in unserer Art zu denken, denn unser grundsätzliches, jahrhundertealtes Denkmodell, dass „die Welt da draußen so ist“ und nichts mit uns zu tun hat, kann nicht mehr funktionieren
  •  (Radatz, 2020 über die Relationale Philosophie und Mind Changer im Sound of Science Gespräch mit dem Carl Auer Verlag, https://www.linkedin.com/feed/update/urn%3Ali%3Aactivity%3A6686521956289798144/?midToken=AQEmwRd8xGkIRA&trk=eml-email_notification_single_mentioned_you_in_this_01-notifications-1-hero%7Ecard%7Efeed&trkEmail=eml-email_notification_single_mentioned_you_in_this_01-notifications-1-hero%7Ecard%7Efeed-null-3t7ktm%7Ekcd0qyd6%7Eq7-null-voyagerOffline).
  • In unserem Umweltdenken, unserer Gesellschaft, unserer Politik, denn einerseits sind die Menschen mündig und informiert genug, um selbst ihre Dinge zu regeln (Grün, 2020 – https://lateraleconomics.com.au/); brauchen wir aber weltweit eine andere Gesellschaft, welche die Entnahmen aus der Primärwirtschaft minimiert und die Sekundärwirtschaft dem ökologischen Gedanken andererseits folgend organisiert – sonst werden wir Schwierigkeiten haben, langfristig zu überleben.
  • In unserer ich- und Job-Positionierung: Denn mit fortschreitender Digitalisierung wird Arbeit in unserem Leben eine – wenn überhaupt – untergeordnete Rolle spielen (Herger, 2020 – https://www.deraktionaer.de/artikel/kolumnen/dr-mario-herger-disruption-im-zeitraffer-20203276.html). Und wir werden uns wohl oder übel neu positionieren müssen: für eine globale, digitale Welt.
  • In unserer physischen und psychischen Gesundheit: Denn wir werden die globalen Gesundheitsprobleme binnen Stunden und Tagen in jedes Land der Welt transferieren. Zuzüglich der anstehenden Neugestaltung unseres Bewegungsthemas und der Sicherung auch unserer psychischen Gesundheit.
  • In unserer Wirtschaft, unseren Unternehmen, unserer Unternehmensführung, in der kein Stein auf dem anderen bleiben wird und wir jetzt schon gut daran tun, uns auf den disruptive Change (Clark Gilbert und Joseph L. Bower, 2002 – https://hbr.org/2002/05/disruptive-change-when-trying-harder-is-part-of-the-problem vorzubereiten – und nicht bloß die Idee einer „agilen Organisation“.
  • In unseren Unterstützungs-, Beratungs-, Bildungs- und „Brückenleistungen“, die gänzlich neuen Paradigmen und Möglichkeiten unterliegen und einen massiven Mind Change mit viel Phantasie und Kreativität erfordern.
  • In unserer Bildung – klar, dass wir nicht nur neue Bildungsthemen brauchen, sondern auch – wie wir spätestens und leider erst in der Coronavirus-Krise deutlich gesehen haben – auch sehr variable Lernbegleitungsformen unter Nutzung aller schon vorhandener Web-Programme (nur genutzt werden sie nicht; stattdessen werden die Schulen und Universitäten während der Pandemie geschlossen), und vor allem auch hier die nachhaltige Verabschiedung von unserem Denkmodell der traditionellen Tests, die ein Wissen prüfen, das jederzeit gefaked und von Google abgeschrieben werden kann (Radatz, 2019). Wir stecken hier immer noch im 19. Jahrhundert, ist das zu fassen?
  •   In unseren Beziehungen und Familien, die ein neues Zusammenleben über eine sehr stark verlängerte Lebensdauer fordern. Auch hier gilt es, neue Paradigmen zu entdecken!
  • In unserer Kommunikation und Kultur, die hochabhängig ist vom Präsenzdenken und sich einen radikalen Turnaround verdient hat.
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3. Die erzwungene Veränderung bei allen Menschen

Meines Erachtens haben wir in den kommenden Monaten noch eine gute Chance, zu gestalten und die Paradigmen für uns so neu zu erarbeiten, dass wir Herr oder Frau über unsere Möglichkeiten sind. Später wird wohl das „Gestaltet werden“ eher das „Gestalten“ überwiegen, ist meine Vorstellung. Dann ist es recht wahrscheinlich, dass uns jede einzelne der oben genannten Paradigmenveränderungen genauso hart und vor allem unvorbereitet trifft wie Corona. Und die Schadensbekämpfung kostet immer Unmengen mehr an Leid, Problemen und Kosten als die Prävention (Hafen, 2019). Das ist aber etwas, das wir alle, auch mit unseren gewählten Vertretern an der Spitze jedes Staates – erst lernen müssen. Wichtig ist aber aus meiner Sicht, DASS wir es lernen. Jetzt!

4. Neue Möglichkeiten – wir kommen!

All das Festhalten an den Paradigmen der alten Welt und das Drehen rund um die Lösung von Problemen anstatt rund um die Prävention verschleiert unseren Blick auf die Unmengen an Möglichkeiten, die es jetzt zu entdecken gilt, um ein richtig gutes Leben für uns alle zu gestalten. Hier sehe ich optimaler Weise den zentralen Fokus unserer Aufmerksamkeit. Und hier kann die Mind Changer Akademie weltweit viel leisten:

Die Mind Changer Akademie findet weltweit dezentral statt – zu Hause bei Ihnen im Wohnzimmer.

Die Mind Changer Akademie ermöglicht individuelles Lernen – denn Sie konzentrieren sich auf jene Beiträge, die Ihnen interessant erscheinen – und folgen Ihrem persönlichen Inspirationsrhythmus.

Literatur

Gruen, N. (2019): Die Kunst, Demokratie rund um die Menschen herum zu gestalten. Mind Changer 2020: https://www.mind-changer.net

Hafen, (2019): Der Mythos Prävention. Mind Changer 2020: https://www.mind-changer.net

Herger, (2019): Intelligenz und die Zukunft der „Arbeit“. Mind Changer 2020: https://www.mind-changer.net

Radatz, S. (2015): Gestalten Sie. Sonst werden Sie gestaltet. München: 2015.

Radatz, S. (2019): Ist unsere Bildung noch zu retten?, in: LO Lernende Organisation Nr. 109, Mai/Juni 2019. Schmidt-Bleek, F. (2020): Radikalkur für unser Überleben. Mind Changer 2020: https://www.mind-changer.net

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Dr. Sonja Radatz
Dr. Sonja Radatz entwickelte die Relationale Philosophie und verfasste dazu 19 Bücher. Sie bietet Relationale Weiterbildung an und unterstützt Menschen und Unternehmen dabei, ihre präferierte Zukunft zu gestalten. Darüber hinaus Herausgeberin der Zeitschrift LO Lernende Organisation. 2003 wurde ihr der Deutsche Preis für Gesellschafts- und Organisationskybernetik für ihr Lebenswerk verliehen.